Studientag


Medizin und Menschenbild im Nationalsozialismus

Was veranlasste Medizinerinnen und Mediziner dazu, Sterilisationen und Abtreibungen gegen den Willen der Patientinnen und Patienten durchzuführen? Was brachte Pflegerinnen und Pfleger dazu, tödliche Medikamente zu verabreichen? Welche ideologischen Ansichten und Menschenbilder standen hinter den Gesetzen, die solches Handeln legitimierten bzw. vorschrieben? Wer waren die Opfer, wer die Täterinnen und Täter? Das Thema kann heute noch Gänsehaut erzeugen. Menschenversuche und Morde im Rahmen medizinischer Versorgung zählten im „Dritten Reich“ in einigen Einrichtungen und Anstalten zur Routine.

 

Im Mittelpunkt des Studientages stehen jedoch nicht die medizinischen Versuche und deren Grausamkeit als solche, sondern die grundsätzliche Frage, wie dies möglich war. Es geht um die Verantwortung für das eigene Handeln und die Pflichterfüllung. Diese beiden Aspekte stehen sich (auch heute noch) oft gegenüber. Die Diskussion um erhaltenswertes / „lebenswertes" Leben oder die Möglichkeit nach einem selbstbestimmten Tod lassen das historische Thema gerade in dieser Frage immer noch erschreckend gegenwärtig sein.

In den Kleingruppen des Studientags werden z.B. Themen wie Zwangssterilisation, Euthanasie oder die medizinischen Versuche in den Konzentrationslagern behandelt. Es geht um Täterinnen, Täter und Opfer, aber auch um die Frage, ob, wo und wie Widerstand hätte geleistet werden können.


Zielgruppe: Auszubildende in (heil-) pädagogischen Arbeitsfeldern und Pflegeberufen.
Dauer: ca. 6,5 Stunden
Kosten: 3,60 € pro Teilnehmenden + 1,50 € Eintritt in die Ausstellung „Faszination und Gewalt“

Teilnehmerin erklärt ein Plakat
Präsentation nach der Gruppenarbeit