Die Einrichtung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg war für den Kreisjugendring Nürnberg-Stadt der Anlass, ein eigenes, ausdifferenziertes pädagogisches Programm zu entwickeln.
Nürnberg war im "Dritten Reich" ein "Ort der Täter". Mit dem Namen Nürnbergs werden bis heute wesentliche Ereignisse und Elemente aus der Zeit des Nationalsozialismus assoziiert:
• Stadt der Reichsparteitage
• Die Stadt ist der Namensgeber für die "Nürnberger Gesetze" und die "Nürnberger Prozesse"
• In Nürnberg wurde die Schauseite des Regimes präsentiert
• Das Reichsparteitagsgelände war ein Ort der Täter und Mitläufer.
Gerade hier muss über die Motivation und Ideologie der Nationalsozialisten und das Verhalten und die Motive der Mitläufer diskutiert werden. Die Pädagogik kann damit einen wesentlichen Beitrag zur historischen und politischen Bildung leisten und zugleich Ansatzpunkte zur kritischen Reflexion der heutigen Gesellschaft und ihrer Probleme bieten.
Daher spielen Themen und Inhalte aktueller politischer Jugendbildung wie Erziehung zu aktivem Demokratieverständnis und Menschenrechten, das Eintreten gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwang und Gewalt in unserem pädagogischen Selbstverständnis eine wichtige Rolle. Gerade mit der pädagogischen Arbeit an einem ehemaligen Täterort sollen und können Kinder und Jugendliche gestärkt und widerstandsfähig gemacht werden gegen totalitäre Vereinnahmung und Obrigkeitsgläubigkeit.
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