Was veranlasste Mediziner dazu, Sterilisationen und Abtreibungen gegen den Willen der PatientInnen durchzuführen? Was brachte PflegerInnen dazu, tödliche Medikamente zu verabreichen? Welche ideologischen Ansichten und Menschenbilder standen hinter den Gesetzen, die solches Handeln legitimierten bzw. vorschrieben? Wer waren die Opfer, wer die TäterInnen? Das Thema kann heute noch Gänsehaut erzeugen. Menschenversuche und Morde im Rahmen medizinischer Versorgung zählten im „Dritten Reich“ in einigen Einrichtungen und Anstalten zur Routine.
Im Mittelpunkt des Studientages stehen jedoch nicht die medizinischen Versuche und deren Grausamkeit als solche, sondern die grundsätzliche Frage, wie dies möglich war. Es geht um die Verantwortung für das eigene Handeln und die Pflichterfüllung. Diese beiden stehen sich (auch heute noch) oft gegenüber. Die Diskussion um erhaltenswertes / „lebenswertes Leben oder die Möglichkeit nach einem selbstbestimmten Tod lassen das historische Thema gerade in dieser Frage immer noch erschreckend gegenwärtig sein.
In den Kleingruppen des Studientags, der sich in erster Linie an Auszubildende in
Pflegeberufen oder (heil-) pädagogischen Arbeitsfeldern richtet, werden z.B. Themen wie Euthanasie oder die medizinischen Versuche in den Konzentrationslagern behandelt, es geht um die TäterInnen, aber auch um die Frage, ob, wo und wie Widerstand hätte geleistet werden können. |
Zielgruppe: Jugendliche ab der 10. Klasse Haupt-, Wirtschafts- und Realschule, Gymnasium und Berufsschule, sowie Auszubildende in (heil-) pädagogischen Arbeitsfeldern und Pflegeberufen.
Dauer: ca. 7 Stunden
Kosten: 3,60 € pro TeilnehmerIn zuzüglich 1,50 € Eintritt in die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ |